Craft Beer in Deutschland.

Craft Beer in Deutschland

Alle sprechen über Craft Beer. Kein Partygespräch vergeht ohne einen Erlebnisbericht über Pale Ale, Lager oder IPA. Alle Medien berichten darüber. Was hat es mit diesem Craft Beer auf sich, und was muß man darüber wissen? In diesem Artikel oder Craft Beer Wiki erfährst Du es.

Was ist Craft Beer?

Craft Beer (hierzulande auch Craftbier) ist ein in Deutschland relativ junges Phänomen. Erst seit kurzem werden solche Biere deutschlandweit gebraut und getrunken. Die handwerkliche Zubereitung von Bieren mit besonderen Aromen findet in den letzten Jahren immer mehr Anhänger. Vor allem in urbanen Zentren wie Berlin, Hamburg, München und Köln entstehen viele Bars, Clubs und Events, die sich mit dem Thema Bier mit Geschmack beschäftigen. Aber auch Zentren wie Bremen, Frankfurt, Nürnberg und Leipzig ziehen nach.

Eine exakte Definition von Craftbier gibt es nicht. Festzuhalten ist, daß der Trend für hochwertige Biere mit besonderen Zutaten aus den USA nach Deutschland gekommen ist. „Craft“ steht in der amerikanischen Bedeutung für „handgemacht“. Diese Bedeutung ist heute nicht mehr allgemeingültig. Brauereien, die ursprünglich zu den Wegbereitern des Craft Beers in den USA gehörten, sind heute teils große Konzerne mit Niederlassungen in Europa und auf mehreren Kontinenten. Was bleibt, ist eine Reihe neuer oder neu interpretierter Sorten und Bierstile. Diese werden von deutschen Brauereien aufgegriffen, gebraut und oftmals auf eigene Weise interpretiert.

Woher stammt der Begriff „Craft“?von Freude German Craft Beer Dry Hopped Session IPA India Pale Ale

Der Begriff „Craft Beer“ ist für den deutschen Markt nicht allzugut geeignet. Biere dieser Art sind besser als kreative oder hochwertige Biere zu beschreiben. Oftmals geben Brauereien ihren Neuschöpfungen kreative Namen wie beispielsweise Genuß-Bier, Sommelier-Bier, Kreativbier, um den Begriff Craft Beer zu vermeiden. Ob der Begriff Craft Beer dennoch in Kürze in den Duden Einzug halten wird, so wie es Pils bereits getan hat, das ist schwer zu sagen.

Entstanden ist CRAFT als Gegenbewegung zu industriell gebrautem Bier. In den USA der 1980er Jahre entstanden eine Vielzahl von Micro Breweries, Brew Pubs und anderen kreativen Bierschmieden. Dies geschah als Reaktion auf eine kurz davor vollzogene Gesetzesänderung. Das Gesetz zum Brauen von Bier in den USA wurde verändert, und es waren fortan Dinge legal, die zuvor noch als illegal verfolgt wurden. Handwerklich arbeitende Brauereien bezeichneten sich fortan als Craft Breweries. Schnell wuchs deren Popularität. Einige dieser Unternehmen sind heute noch aktiv und sehr stark gewachsen. Der Export von Bieren aus den USA nach Deutschland ist groß. Eine Auswahl amerikanischer Pale Ales, IPAs und Lager findet sich heute in den meisten Craft Beer Shops in Deutschland.

Die Definition von Craft Beer.

In der Tat gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika eine einheitliche Definition des Begriffs Craft Beer. Wie bereits angedeutet sind einige der Brauereien, die anfangs mit geschmacksintensiven Bieren starteten, heute auf internationale Größe gewachsen. Nicht wenige sind an der Börse notiert und vertreiben ihre Biere auf der ganzen Welt. Einige der großen amerikanischen Craft Bier Marken haben Niederlassungen und Produktionsstätten außerhalb der USA, und brauen dort Biere für die lokalen Märkte.

Um auch denjenigen Unternehmen weiterhin eine Vermarktung ihrer Biere unter dem label Craft Beer zu ermöglichen, hat man die Grenzen großzügig bemessen. Die Kriterien zu Craft vs. Non-Craft haben für den deutschen Markt jedoch kaum Bedeutung. Ähnlich wie das Reinheitsgebot in seiner Geltung auf Deutschland beschränkt ist, so gelten die Kriterien für Craft Beer in erster Linie in den USA.

Wo wird Craft Beer getrunken?

Zum Beispiel in Berlin, Hamburg, München, Norderstedt, Ulm, Leipzig, Kiel. Aber natürlich nicht nur dort. Ein Zentrum in Hamburg z.B. ist die Weidenallee im Hamburger Stadtteil Sternschanze. Auf der Schanze finden sich Restaurants (z.B. Otto’s Burger) mit einem Angebot an spannenden food pairings und Bieren. Weitere locations und Brauereien, die regelmäßig Events mit Craft Beer anbieten, gibt es in direkter Nachbarschaft (zum Beispiel bei Andi Zuehlke und bei RuBios am Eppendorfer Weg in Eimsbüttel). Zu diesen Anlässen zählen tastings, also die Verkostung von Craft Beer. Aber auch food pairing ist sehr beliebt. Unter food pairing versteht man die abgestimmte Auswahl von Bieren und Speisen, die sich in ihren Aromen ergänzen. So wie eine Weinbegleitung zum Essen gewählt wird, so finden sich auch ausgewählte Biere, die hervorragend zu Speisen zu kombinieren sind.

Auch die eine oder andere Bar, neu entstehende Tap Rooms und Clubs integrieren immer öfter Pale Ale, IPA und Craft Pils in ihr Sortiment. Eine Entwicklung, die gerade erst startet. Weitere Restaurants und Bars außerhalb der urbanen Ballungszentren machen kreative Biere auch deutschlandweit populär.

Wie wird Craft Beer konsumiert? Brauche ich spezielle Gläser?von Freude German Craft Beer Shop Dry Hopped Belgian Pale Ale

Es gibt spezielle Bars, die sich auf Craft Beer spezialisieren. In jeder großen Stadt sprießen Tap Rooms und Craft Beer Bars aus dem Boden. Hinzu kommt, daß fast jeder Craft Beer Store auch eine Verkostung der dort angebotenen Biere anbietet. Dazu werden oftmals spezielle Gläser und Pokale verwendet. Diese sollen besondere Nuancen der Biere betonen. Als Glas für ein beer tasting sind solche Gläser bestens geeignet.

Craft Beer Läden führen in der Regel neben Bier auch eine Auswahl an Spezialgläsern, die zur Verkostung und zum Test von Craft Beer geeignet sein. Glashersteller bieten etwas für Craft Beer Fans. Alle großen Marken bieten Gläser speziell für Verkostungen an. Die Unterschiede einzelner Hefen und anderer Komponenten im Bier lassen sich damit einfacher herausschmecken. Um ein Bier zu probieren und sich vom vollen Spektrum des Dufts, des Aromas und der Besonderheiten zu machen, sind feine Gläser sehr gut geeignet.

Durch ihre Form, die einem Weinglas ähnelt, entfalten sich Aromen besser und der Geschmack des z.B. Pale Ales kommt gut zur Geltung. Durch die sich nach oben verjüngende Form des Glases werden auch leicht flüchtige Noten von Malz und Hopfen gut wahrgenommen.

Welches Glas das am besten geeignete ist, bleibt natürlich ein kniffliges Quiz. Auch Weingläser bieten eine hohe Aromentreue. Manche Glashersteller bieten für jede Sorte ein eigenes Bierglas an. Diese Gläser unterscheiden sich in der Form und im Material, und betonen so die sortentypischen Nuancen besonders stark. Welches Glas man verwenden möchte, das bleibt jedem selbst überlassen. Irgendwann möchte man das Bier vielleicht auch nicht mehr verkosten, sondern einfach trinken. Viele gute Biere lassen sich auch hervorragend als Flaschenbier beim Grillen trinken. Aus der Flasche sollte ein Bier deshalb ebenfalls gut schmecken, auch wenn man nicht das volle Aroma aus dem tasting-Pokal genießt. Ein Gutes Bier schmeckt auch aus der Flasche besser als ein weniger gutes.

Sorten-wiki. IPA, California Pale Ale, Pils. Welche Sorten gibt es beim Craft Bier?

Grundsätzlich kann jede Sorte Craft Beer sein. Es geht bei der Definition um Kreativität, um handwerkliche Umsetzung und um Geschmack. Dies sind nur einige Kriterien, die zur Unterscheidung herangezogen werden können.

Typische Vertreter der Craft Beer Revolution sind das India Pale Ale oder auch IPA. Diese Sorten obergäriger Biere haben durch ihre Andersartigkeit in jüngerer Vergangenheit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Viel Hopfenaroma, obergärige Hefen – beide Kriterien waren beim „german beer“ bisher eher unterrepräsentiert.

Jede Brauerei gibt ihrem Bier eine gewisse eigene Note mit auf den Weg – sowohl beim Brauen natürlich, aber auch bei der Vermarktung im der Namensgebung. Stile werden gerne auch in weitere Abstufungen unterteilt. Der Kreativität bei der Namensfindung sind dabei wenige Grenzen gesetzt. Insbesondere beim IPA ist eine Vielzahl von Namenszusätzen entstanden. Neben dem klassischen IPA (also India Pale Ale) gibt es auch West Coast IPA, California IPA, East Coast IPA, North Coast IPA, North Sea IPA etc. Nicht jeder dieser Namen beschreibt zwangsläufig einen eigenen Stil. Vielmehr haben sich eine Reihe von Ideen durchgesetzt, wodurch sich auch ein Black IPA oder ähnliche Interpretationen im Handel finden lassen.

Zwischenzeitlich hat die Abkürzung IPA in weiteren Kombinationen Verwendung gefunden. So wird IP oft gleichbedeutend mit „stark gehopft“ verwendet. Als „Stile“ daraus haben sich weitere Kreativbiere entwickelt. Das India Pale Lager (IPL) z.B. ist eine stärker gehopfte Variante eines untergärigen Bieres. Stärker gehopft ist in diesem Zusammenhang nicht immer als bitterer zu interpretieren. Lager-Biere sind Biere, die mit untergäriger Hefe zubereitet wurden.

von Freude German Craft Beer Dry Hopped Lager Brewery

Die Geschichte vom IPA, dem India Pale Ale.

Zunächst ist vielleicht wichtig zu erwähnen, daß es India Pale Ale heißen muß und nicht Indian Pale Ale. Denn die Legende will es so, daß dieser Bierstil für Indien und alle anderen britischen Kolonien gebraut wurde. Das heißt also, es war für Indien und kam nicht aus Indien.
Zunächst aus London, später vor allem aus der Stadt Burton kamen Biere, die für den langen Seeweg stärker gebraut waren als typische englische Biere der damaligen Zeit. Das IPA wurde oft von Generälen der britischen Truppen in den leeren Schiffen auf der Rückfahrt in die Kolonien transportiert. Auf dem Hinweg nach England waren diese Schiffe schwer beladen. Auf dem Rückweg waren sie meist leer und boten viel Platz für englisches Bier, das bei den dort stationierten Truppen und Verwaltern sehr beliebt war.
Im Unterschied zu den britischen Porter oder Stout-Bieren waren die Pale Ales vor allem heller als die klassischen britischen Varianten. Die East India Company verwaltete den Handel mit den Kolonien, und alles, was über die East India Docks nach Übersee ging.
Eine wichtige Rolle bei der Rolle bei der Entwicklung dieses Bierstils spielten die Wasserqualitäten, die zu der damaligen Zeit noch sehr ausschlaggebend waren für den Geschmack des Bieres. Die verwendeten Wässer aus Burton zogen das Beste aus Malz und Hopfen und betonten den Bierstil des India Pale Ale sehr, und somit wurden die Brauer dieser Stadt prägend für das Bier. Die Biere waren stark, etwa 7 oder 8% Alkohol. Der Hopfen gab Bitterkeit, Aroma und Haltbarkeit gegen bakterielle Infektionen. Für die Haltbarkeit waren auch der höhere Alkoholgehalt und die lange Lagerung ausschlaggebend. Das Bier reifte in den Fässern und kam so zur Spitze seiner geschmacklichen Qualität in Indien an. Es profitierte außergewöhnlich von den Bedingungen der Reise, und überlebte diese als andere Stile der Zeit. Dazu kommt sicherlich, daß ein helles leichtes Bier sehr erfrischend ist – gerade in Indien. Da bietet es sich an, darauf anzustoßen mit einem Bollywood IPA! Prost.

Wieviel IBU hat ein Pale Ale? Was sind IBU eigentlich?

Das ist eine Frage, die so pauschal nicht zu beantworten ist. Jedes Pale Ale ist unterschiedlich und bringt entsprechend andere Bitterwerte mit. IBU Bittereinheiten sind eine Maßeinheit für die Bitterkeit von Bier. Diese Maßzahl gilt nicht nur für Craft Beer. Auch die Bitterkeit von anderen Bieren wird mittels IBU angegeben. Die Abkürzung IBU Bittereinheiten steht für International Bitterness Units und ist eine internationale Übereinkunft für die Angabe von bestimmten Bier-Kennzahlen. Auch für die Farbe eines Bieres gibt es internationale Bestimmungsverfahren, so daß Craftbiere unterschiedlicher Herkunft vergleichbar sind. Ein Craft Beer aus den USA mit 35 IBU sollte also genausoviel Bitterstoffe enthalten wie ein Craft Beer aus Österreich mit ebenso vielen Bittereinheiten.

Bitterkeit gelangt durch die Gabe von Hopfen während des Brauprozesses in das Bier. Hopfen enthält Bitterstoffe, sog. Alpha-Säuren. Diese Alpha-Säure verleiht dem Bier Haltbarkeit und läßt es bitter schmecken. Hopfensorten haben je nach Art und Erntejahr, Ort des Anbaus usw. unterschiedliche Alpha-Werte. Das heißt, die Menge von Alpha-Säure variiert. Abhängig davon, wieviel Hopfen wie lange während des Brauens im Bier gekocht wird, und abhängig davon, wieviel Alphasäure im Hopfen enthalten ist, verändert sich die Bitterkeit im fertigen Craft Beer. Es hat mehr oder weniger Bittereinheiten IBU.

Auch eine Kalthopfung mit aromatischen Hopfen gibt dem Bier eine stärkere Hopfennote, ohne dabei jedoch die Bitterkeit allzu stark zu verändern. Das klassische Pils kann z.B. rund 30 IBU haben. Es gibt im Handel aber durchaus Pils-Biere, die diesen Wert an Bittereinheiten deutlich überschreiten oder unterschreiten.

Frag in Deinem lokalen Store nach dem nächsten Tasting, und man wird Dich sicher gut beraten und zur nächsten Verkostung einladen. Gut sortierte Läden verfügen auch über Spezialitäten und Besonderheiten, z.B einen Bierbrand oder andere Raritäten.

Wird Craft Beer nach dem Reinheitsgebot gebraut?

Eine Frage, die immer wieder auftaucht ist, ob das Reinheitsgebot von 1516 auch für Biere der Kategorie Craft Beer gilt. Grundsätzlich läßt sich festhalten, daß auch nach dem Reinheitsgebot Biere mit gutem Geschmack gebraut werden können.

Das Reinheitsgebot in seiner ursprünglichen Form beschrieb andere Aspekte der Bierbrauerei als heute üblich. Der Urtext des Reinheitsgebots gibt Aufschluß darüber, was ursprünglich Ziel und Zweck dieser Verordnung war. Neben der Festlegung von Zutaten spielten auch andere Facetten eine Rolle. Heute sind die Regeln für german beer im vorläufigen Biergesetz von 1993 festgelegt. Dort wird geregelt, was heute in Deutschland als Bier gilt und was nicht.

Was im Ausland gebraut wird, fällt nicht unter deutsche Gesetze. Das Biergesetz als Form des Reinheitsgebots stellt einen deutschen Sonderweg dar, der weltweit kaum Bedeutung hat. Bei der Gestaltung internationaler Sorten spielt das Reinheitsgebot keine Rolle. Doch oft werden auch für internationale Biere lediglich Zutaten wie Malz, Hopfen und Wasser verwendet. Bei Brauspezialitäten wie dem dänischen Julebryg oder dem belgischen Kriek finden hingegen auch extravagante natürliche oder künstliche Zutaten Eingang in das Rezept.

PVPP. Das Reinheitsgebot und seine Tücken

So richtig gibt es das Reinheitsgebot von 1516 in Deutschland nicht mehr. Ja, wirklich nicht! Die Regelungen dazu sind längst durch andere Gesetze ersetzt worden. Darin sind Dinge gestattet, die das ursprüngliche Dekret im Grunde unterbinden wollte. Dort ging es hauptsächlich um den Einsatz von Gerste für Bier und von Weizen für Brot. So sollte Hungersnöten vorgebeugt werden. Außerdem war das Reinheitsgebot eine Preisverordnung. Die Preise für ein Bier liegen heute jedenfalls deutlich höher, als in den Regelungen von 1516 vorgeschrieben (1 Pfennig je Liter im Winter, zwei Pfennige im Sommer). Und auch andere Zusätze finden heute mit Segen der Gesetze ihren Weg ins Bier. So ist es durchaus üblich (und gestattet) dem Bier Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) zur Verbesserung der Klärung und Filtration zuzusetzen. Bier kann heute ohne weitere gefärbt werden. Das erfolgt mit sog. Farbebier, das ist ein sehr dunkler Malzextrakt, der dem Bier eine Farbe gibt, als sei es mit besonderen Malzen gebraut worden. Ist es aber gar nicht. Ist nur gefärbt. Naja, und dann gibt es natürlich Hopfenextrakte. Die werden mittels Ethanol oder CO2 aus  Hopfen gewonnen. Gerade dort, wo es nur auf die Bitterkeit (sog. Alpha-Säure) ankommt, und das Aroma des Hopfens eine untergeordnete Rolle spielt, werden Hopfenextrakte gerne eingesetzt. Industriell trägt das zur Verarbeitbarkeit bei. Aber mit romantischer Bierbrauerei hat das nicht viel zu tun. Naja, wir machen das alles nicht. Aber wichtig ist, darüber Bescheid zu wissen. Färbebier wird in der Regel auf dem Etikett nicht deklariert, Hopfenextrakt schon. Also Augen auf beim Bier, ein Blick auf das Etikett verrät etwas über den Inhalt.

Was kann billiges Craft Beer?

Das Etikett zählt. Und der Geschmack. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät, was sich im Bier befindet. Oft bieten Hersteller ihre Produkte in unterschiedlichen Qualitätsstufen an. So kann es sein, daß sich in der günstigen Variante eines Kriek (niederländisch für Kirsche) Aromen auf der Zutatenliste befinden, während die hochwertige Variante desselben Produzenten natürliche Kirschen für die Zubereitung verwenden. Rezepte variieren und hochwertige Zutaten haben ihren Preis. Es gilt hier analog zu anderen Lebensmitteln, daß der Konsument von billigen Produkten andere Eigenschaften erwarten darf als von hochwertigen. Echte Früchte, ausgewählte hochwertige Hopfen und eine Produktion ohne Extrakte sind in Einkauf und Herstellung teurer als Aromen, raffinierte Zutaten, färbende Bestandteile und naturidentische Ingredienzien.

So entscheidet letztlich jeder selbst, welches Produkt für ihn das richtige ist. Die Auswahl im Laden ist meist ausreichend groß. Eine Vielzahl von neuen und etablierten Marken entsteht. Viele haben den Craft Beer Trend entdeckt und bieten nun zusätzlich zu ihren bisherigen Sorten weitere Biere an. So kann es zum Beispiel eine gute Strategie sein, sich von den günstigen Produkten als Einstieg zu den hochwertigen und nachhaltigen Bieren vorzuarbeiten. Meist schmeckt man als Verbraucher schnell, welches die guten Produkte sind. In der Regel geht dieser Weg nur ein eine Richtung: wer sich einmal an Gutes Bier gewöhnt hat, der trinkt auch in Zukunft lieber gutes Wasser als schlechtes Bier.

Was ist ein Frischhopfen-Bier oder Fresh Hop Ale?

Hopfen werden direkt nach der Ernte gedarrt, also getrocknet, um sie für die weitere Vewendung zu konservieren. Dies geschieht direkt nach dem Zupfen der Dolden von der Hopfenpflanze. Die Ernte erfolgt in Deutschland üblicherweise gegen September. Doldenhopfen sind die Blüten der weiblichen Hopfenpflanze. Diese werden genutzt, um das Bier zu bittern, zu würzen, und um dem Bier sein charakteristisches Aroma zu verleihen. Gerade Craft Biere erhalten ihre besonderen Noten oft durch Verwendung spezieller Hopfen und Hopfensorten. In Deutschland ist die Hallertau das größe Anbaugebiet für Hopfenpflanzen. Auch weltweit zählt diese Region (neben Tettnang, Spalt und Hersbruck) zu dem größten Hopfenanbaugebieten. Weitere große Produzenten hochwertiger Hopfen sind in Amerika die USA, in Europa Tschechien, Frankreich, Slowenien und Polen. Weitere große Anbauflächen gibt es in Australien und in Neuseeland.

Das Wet Hop Ale, Fresh Hop Ale, Frischhopfenbier oder auch Grünhopfenbier ist ein Bier mit ungetrocknet eingebrauten Hopfen. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Namen für diesen Bierstil. Nur einmal im Jahr besteht die Möglichkeit, solche Biere zu produzieren, denn üblicherweise kommen die Dolden direkt nach der Ernte auf die sogenannte Darre, auf der sie über einige Stunden hinweg mit warmer Luft getrocknet werden. Die Restfeuchte beträgt nach dem Darren noch rund 8-10%. Direkt nach Ernte waren es noch ca. 80%, der Grünhopfen verliert also stark an Volumen und Gewicht.

Die Trocknung erfolgt zwar schonend, die Temperaturen werden niedrig gehalten, um möglichst wenig Verlust des Aromas zu haben. Dennoch ist das Brauen mit Frischhopfen ein besonders aromenreicher Prozeß. Biere behalten die Saftigkeit der frischen Pflanze, und Duft und Geschmack gehen direkt in die Würze. Die Charakteristik der Hopfensorte kommt besonders gut zur Geltung.

Obergärig vs. Untergärig. Was ist der Unterschied?von Freude Craft Brew Hamburg Germany Wet hop Ale Fresh Hop Beer

Bei der Einteilung von Bieren in Sorten spielt die Auswahl der Hefe eine wichtige Rolle. Grundsätzlich wird zwischen obergärigen und untergärigen Bierstilen unterschieden. Von beiden Arten gibt es – wie überall in der Natur – viele unterschiedliche Arten und Sorten. Obergärige Hefen sind in der Regel aromastärker in ihren geschmacklichen Eigenschaften. Sie produzieren während der Fermentation mehr geschmacksbildende Komponenten. Diese Eigenschaft ist zum einen auf die genetische Beschaffenheit zurückzuführen. Zum anderen wird die Gärung mit ihnen bei höheren Temperaturen durchgeführt. So werden obergärige Biere (z.B. Alt, Kölsch, Pale Ale, IPA) oft durch ihre Hefe aromenreicher als die untergärigen Biere.

Untergärige Bierstile sind zum Beispiel Pils und Bockbier, Export und Lager. Untergärige Hefen werden bei niedrigeren Temperaturen verwendet. Die Gärung erzeugt andere Aromen als obergärige Hefen.

Wo kann ich Craft Beer kaufen?

In den letzten Jahren haben eine Vielzahl von Craft Beer Stores, Shops und Läden eröffnet. In Hamburg gibt es beispielsweise neben vielen Getränkehändlern auch einige Edeka-Filialen, die Gutes Bier einzeln oder als Paket anbieten. Auch in Städten wie Köln, Bremen oder Kiel bieten spezialisierte Einzelhändler und Weinläden gute Craft Biere an. Der Laden um die Ecke bietet eine gute Beratung, das ist angenehm, vor allem wenn man eine erste Orientierung sucht. Darüber hinaus bietet sich natürlich immer die Möglichkeit, einen passenden Online Shop zu finden. Dort wird Craft Beer oft als thematische Sortierung für Verkostungen angeboten. Die Ware kommt dann per Versand bequem als Paket zu Dir nach Hause.

Eine gut sortierte Bar hat heute neben den üblichen Cocktails auch eine Auswahl an Craft Beer im Programm. Ein besonderes Bier mit raffinierten Aromen von Hopfen ist der Liebling jedes Bar-Keepers, denn mit den Bieren der neuen Generation lassen sich hervorragend Cocktails mixen. Auch Bierbrände werden in hochwertigen Bars gerne für Cocktails verwendet. Ein Bierbrand ist das Destillat aus Bier. Hochwertige Vertreter dieser Gattung kombinieren feine Aromen von Malz und Hopfen, ohne dabei jedoch alkoholisch oder brennend zu schmecken.

Wie läuft eine Craft Beer Verkostung (tasting) ab?

Eine Verkostung bietet für Einsteiger eine tolle Orientierung in der Welt der Biere. Ähnlich wie beim Wein führt ein Experte durch das beer tasting. Besonders interessant ist es für den Einstieg, unterschiedliche Bierarten zu probieren. Es gibt eine Vielzahl von Malzen, unzählige Hopfen und nicht wenige Hefestämme. Jede Komponente der Zutaten beeinflußt das fertige Bier. Hinzu kommen diverse Stellschrauben im Brauprozeß, bei der Gärung und bei der Lagerung. Unterschiedliche Arten von Bieren zu probieren gibt dem tasting den besonderen Aha-Effekt. Die Unterschiede können beachtlich sein. Man sollte stets Biere unterschiedlicher Brauereien im tasting haben, um eine gewissen Varianz bei der Kreativität zu schmecken.

Bier-Sommeliers haben sich meist mit Bieren intensiv auseinandergesetzt und können Hintergründe und Orientierung bei Geschmack, Brauverfahren und Herkunft vieler Biere sowie ihrer Zutaten bieten.

Als tasting für Fortgeschrittene bietet sich das food pairing an. Eine Kombination von Aromen der Speisen mit Aromen der Biere. Auch Weine lassen sich hervorragend in eine solche Speisenfolge integrieren.

Rezepte mit Craft Beer.

Kochen mit Bier und Essen mit Bier sind ideale Ergänzungen. Analog zu einer Weinbegleitung zum Menü bietet es sich an, eine Bierbegleitung zu komponieren. Die Qualität des gesamten Erlebnisses steht und fällt mit der Qualität der einzelnen Komponenten. Eine gehobene Küche ist Grundvoraussetzung für das besondere Erlebnis.

Röstaromatische Biere können ebenso Begleiter zu einem Dessert sein wie leichte Biere, die ihrerseits fruchtige Noten der Nachspeise zitieren. Bei der Komposition ist eine gute Abstimmung von Küche und Service notwendig, um das Erlebnis perfekt zu machen.

Die Auswahl eines Bieres mit fruchtigen Hopfennoten als Appetitmacher bietet sich ebenso an, wie die Nutzung von Bitterstoffen als Bestandteil eines Aperitifs.

Um dem food pairing eine besondere Note zu verleihen, können Bestandteile des Bieres Einzug in die Rezeptur finden. Das kann besonderer Hopfen sein, aber auch Malz und Treber. Als Treber bezeichnet man das beim Brauen ausgewaschene Malz, das die Spelzen und andere Bestandteile mit hohem Anteil an Ballaststoffen noch enthält.

Woher kommt der besondere Geschmack bei Craft Beer?

von Freude German Craft Beer Dry Hopped Saison

Auch bei Craftbier spielen Hopfen, Malz und Hefe die entscheidende Rolle. Jedoch gibt es weltweit eine große Auswahl an diesen Zutaten, die in der richtigen Mischung Craft Bieren ihren Geschmack und Charakter verleihen. Hopfen mit Aromen von Zitrus und Frucht sind inzwischen als Bestandteile von Craft Beer üblich. Auch harzige Nuancen und Duft von Südfrucht und roten Beeren finden sich in den richtigen Sorten.

Darüber hinaus bietet es sich an, Brauspezialitäten mit weiteren Zutaten zu verfeinern. Holunderblüte und Kaffee mit einzubrauen ist an der Tagesordnung. Auch kurios kombinierte Kreationen finden stets ihre Freunde.

Pale Ale, Quiz, Entertainment. Was gibt es noch auf diesem Markt?

Ein Blick auf Youtube oder Google verrät es: es tut sich etwas auf dem Markt für besondere Biere. Es gibt Craft Beer Quartette und Craftbier-Kochbücher, Braukurse werden angeboten und Video-Verkostungen der weltweit gebrauten Biere sind in großer Menge vorhanden. Bier tut wieder das, was es soll – Spaß machen.

Craft Beer aus Japan, aus Hamburg, oder besser aus den USA?

Der Trend, besondere Hopfen zu verwenden, die Hefe gezielt zu wählen und Biere mit mehr Geschmack zu brauen stammt aus den USA. Dort haben viele Brauereien Ihren Sitz, die als Pioniere den Anfang (meist in den 1980er-Jahren) gemacht haben. Inzwischen sind viele dieser Brauereien sehr gewachsen, und in Produktion und Umsatz vergleichbar mit deutschen Großbrauereien. Es gibt also nicht den einen Prototyp einer Craft Beer Brauerei. Es gibt zahlreiche Varianten.

Weltweit sind seither in vielen Ländern spannende Biermanufakturen entstanden. Viele italienische, skandinavische und auch viele asiatische Brauer machen spannende Pale Ales und Stouts. Die breite Auswahl an Barley Wines, Lambics und anderen Sorten macht den Einkauf in Craft Beer Geschäften zu einem Erlebnis bei Rezept und Geschmack. Der Test, welche Sorte jedem einzelnen persönlich am besten liegt, ist spannend. Oft ist auch der Anlaß und die zu bestückende Veranstaltung ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl. Für einen Abend im Club wählt man sicher ein anderes Bier als für ein tasting mit Freunden. Zum Kaminabend passen andere Biere als zum Grillen mit Flaschenbier. Und zum Steak serviert ein guter Gastgeber anderes Bier als zur Crema Catalana.

Es ist zu empfehlen, zu Beginn ein paar mehr Sorten zu kaufen, und dann alle nach einander zu unterschiedlichen Anlässen zu verkosten. Eine kurze Beratung im Laden ist empfehlenswert. Aber auch der Versandhandel ist gut geeignet. Eine Paket mit unterschiedlichen Biersorten ist schnell zusammengestellt, ob im Store oder online.

Ob Du nun ein Craftbier aus Deutschland bevorzugst, oder lieber zu einem kreativen Bier aus Japan greifst, das bleibt unter dem Strich eine Frage des Geschmacks.

Pale Ale – Was ist das?

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis in jedem Club neben Pils auch Pale Ale und IPA als Alternative auf der Karte stehen. Pale Ale beschreibt ein Bier, das mit obergäriger Hefe (Ale) gemacht wurde. Zum anderen ist es heller (Pale) als ein traditionelles Porter mit dunklen Malzen. Die Interpretationen von Pale Ales sind zahlreich. International gibt es viele Biere dieser Art, in unterschiedlichen Ländern wird der Stil unterschiedlich gebraut. In Deutschland sind die beiden Brauarten Kölsch und Altbier dem Pale Ale sehr verwandt.

Welche Veranstaltungen beschäftigen sich mit Craft Beer? Wo?

Es gibt jährlich wiederkehrende Veranstaltungen, manche finden einmalig statt. Einmal im Jahr treffen sich Freunde des guten Bieres auf dem Kiekeberg im Süden Hamburgs, um gemeinsam Bier im Norden zu feiern. Ein Festival, das für die ganze Familie geeignet ist. Neben Brauereien und deren Bier wird eine Auswahl an Speisen geboten. Besucher erfahren bei diesem Fest viel über Zutaten, Sorten und Geschmack. Andere Veranstaltungen in und um Hamburg sind die Internorga Craft Beer Arena und die Norderstedter sowie die Hamburger Craft Beer Days. Die Kölner Barzone hat in der Vergangenheit ebenfalls eine Ausstellungsfläche zur Präsentation von Braukunst aus Deutschland angeboten. In München und Düsseldorf treffen sich Interessierte zu Veranstaltungen. Berlin ist ebenso mit dabei wie Frankfurt, Wien und Zürich.

Hygge_Julebryg Craft Brew Hamburg

Gibt es Messen für Craft Beer?

Ja, es gibt eine ganze Reihe von Craft Beer Festivals und Messen, die sich diesem Thema verschrieben haben. Zu unterscheiden sind hierbei Fachmessen und Publikumsmessen. Bei letzten haben auch Konsumenten die Gelegenheit, Craftbier aus speziellen Gläsern ausgiebig zu testen und zu probieren. Alle Aussteller bieten bei diesen Festivals ihre kreativen Biere zur Verkostung an. Zu nennen sind die Internorga in Hamburg, die mit der Craft Beer Arena einen gesonderten Veranstaltungsbereich zu diesem Thema anbietet. In Köln ist die Barzone mit ihrem Craft Beer Camp vertreten. In München ist die Braukunst Live eine Veranstaltung mit vielen angebotenen Sorten. In Nürnberg findet regelmäßig die Brau Beviale statt. Auch bei dieser Messe gibt es eine Reihe von Events, die Pale Ales und Konsorten in den Mittelpunkt rücken. Einmal jährlich findet der Craft Beer Day Norderstedt im Norden von Hamburg statt. Eine Messe, die als Event groß geworden ist, und jährlich tausende Besucher anzieht. Gleiches gilt für die Hamburger Craft Beer Days im Hamburger Schanzenviertel. Dort treffen sich mehrmals im Jahr Brauereien aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland, um gemeinsam ihre IPAs und andere Sorten dem Publikum zur Verkostung anzubieten.

Für das urbane Publikum ist diese Revolution bei den Bierfesten ein beliebtes highlight. In besonders für die sensorischen Eigenschaften des Bieres gemachten Gläsern können so unzählige Biere direkt an der Quelle verkostet werden. Das Fest ist so nicht nur unterhaltsam, sondern auch spannend für die Besucher.

Bei einigen Events kann man das dort angebotene Bier auch gleich für zu Hause kaufen. Die meisten Veranstaltungen dieser Art bieten die Möglichkeit zu probieren und zu testen. Bezugsquellen und Möglichkeiten für den späteren Bierkauf lassen sich dort erfragen.

Wo ist in Deutschland das Zentrum für Craft Beer?

Die Frage „Wer hat’s erfunden?“ stellt sich auch bei Craft Beer. Glaubt man der Presse-Berichterstattung, dann sind urbane Metropolen wie Berlin, Hamburg und München ganz vorn dabei. Auch Veranstaltungen wie die Internorga mit ihrer Craft Beer Arena tragen zu diese Wahrnehmung maßgeblich bei. Aber auch abseits der Großstädte tut sich etwas. Der Craft Beer Day in Norderstedt ist jährlich ein großes Ereignis. Die Städte Kiel, Leipzig und Ulm ziehen ebenso jedes Jahr viele Begeisterte an. Auch Trier hat mit den Veranstaltungen der dortigen Trendsetter ein echtes Highlight.

Hinzu kommt das traditionelle Bier-Zentrum Nürnberg, und viele traditionelle Brauereien haben ihren Sitz in Bayreuth und natürlich Bamberg. Hier dominieren oft noch das Helle und das Weizen. Einflüsse von Craft Beer aus USA und internationale Trends sind in Großstädten stärker spürbar.

Durch die Verfügbarkeit von Craft Beer über den Versandhandel ist in ganz Deutschland die Craft Beer Revolution in vollem Gange. Neben Online Shops der stationärer Läden und Händler gibt es auch eine Reihe von Shops, die sich ausschließlich auf den Versand konzentrieren.

Woraus wird Craft Beer gemacht?

von Freude German Craft Beer Shop Dry Hopped Belgian Pale Ale

Wie andere Biere auch wird Craftbier in der Regel aus den Grundzutaten Wasser, Malz und Hopfen hergestellt. Besondere Zutaten sind aber nicht selten. Hinzu kommen einige besondere Sorten wie das belgische Witbier. Hier werden traditionell Fruchtschalen und Gewürze verwendet. Was im Rezept landet und was dabei herauskommt, das entscheidet der Brauer. Die Zutaten finden sich auf dem Etikett. Abhängig von der Herkunft des Produktes kann die Bezeichnung dann variieren.

Wo erfahre ich mehr über Craft Beer?

Trinken bildet. Wer viel Craft Beer trinkt, der lernt viel. Unterschiedliche Biere haben durch unterschiedliche Zutaten und Brauverfahren auch sehr unterschiedlichen Charakter. Für den theoretischen Teil gilt bei allem: Internet, Bücher und Zeitschriften.

Wer sind Experten für Craftbier?

Eine Reihe von Unternehmen und Institutionen bieten Kurse und Weiterbildungen zum Thema Bier an. Darunter sind Institute, Schulen, Hochschulen sowie Wirtschafts- und Handelskammern. Die Ausbildung dieser meist mehrtägigen Kurse bringt den Teilnehmern und Absolventen Grundbegriffe aus der Bierbranche näher. Teilnehmer erfahren, wie unterschiedliche Zutaten das fertige Bier beeinflussen. Es werden Grundlagen zum Thema Brauen, Brauprozeß, Hygiene und Bierbereitung gelehrt. Zum anderen können solche Fortbildungen Unterrichts-Einheiten zum Verzehr und zum Servieren hochwertiger Biere beinhalten. Je nach Anbieter des Abschlusses liegt der Schwerpunkt der Ausbildung ein wenig anders. Die gekonnte Kombination von Speisen und Bieren, das sog. Food-Pairing, kann dabei ebenso Thema sein, wie die richtige Einstellung von Zapfanlagen für den Ausschank von Craft Beer. Abschlüsse unterschiedlicher Anbieter haben verschiedene Namen. Die Begriffe heißen z.B. Sommelier, Bier-Sommelier oder Diplom-Sommelier, Bierbotschafter oder ähnlich. Teilweise sind die Namen der Abschlüsse als eingetragene Marken der jeweiligen Anbieter des Fortbildungskurses geschützt. Diese Abschlüsse werden entsprechend meist durch einen privatwirtschaftlich organisierten Anbieter vergeben.

Wie zapfe ich ein hochwertiges Bier, welche Methoden gibt es? Welche Unterschiede gibt es bei der Auswahl des Zapfgases?

Es gibt bei der Auswahl der Methoden zum Zapfen von Bier viele Informationen im Internet. Diese können bei der Entscheidung eine Hilfe sein. Besonders die Einstellung der Zapfanlage, des Drucks beim Zapfen (Zapfdruck) des Bieres sowie die Auswahl des Gases spielen eine Rolle, und haben Einfluß auf das Ergebnis.

Üblich sind Methoden, bei denen das Bier mittels eines Gases aus dem Faß gedrückt wird. Das übliche Faß wird oftmals auch als Keg bezeichnet. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „keg“ ab, der ein kleines Faß bezeichnet. Zur Auswahl stehen als Gase hierbei die Kohlensäure (auch als CO2 oder als Kohlendioxid bezeichnet) und der Stickstoff. Kohlendioxid ist in den meisten Bieren und damit auch in den meisten Craft Bieren in höherer oder geringerer Konzentration natürlicherweise enthalten. Aus einer Druckflasche wird beim Zapfvorgang Gas in das Keg geleitet, um das Bier hinauszudrücken. Alternative Verfahren sind das Zapfen mit Stickstoff. Stickstoff ist nicht im Bier enthalten und verbindet sich beim Zapfen nicht mit dem Getränk.

Das Zapfen von Bier aus KeyKegs bietet eine Möglichkeit, gänzlich auf einen Kontakt von Bier und Gas zu verzichten. Durch ein Bag-in-Box Verfahren lassen KeyKegs sich mit jeder Form von Gas zapfen, ohne die Qualität des Bieres zu gefährden.

Gezapftes Bier vs. Flaschenbier – was ist zu bevorzugen?

von Freude German Craft Beer Dry Hopped Session IPA India Pale Ale

Grundsätzlich ist nicht per se das eine oder das andere „besser“. So attraktiv eine einfache Regel erscheinen mag – beim Bier liegen die Dinge etwas komplizierter. Craft Biere kommen oft in Flaschen und bieten so ein hervorragendes Erlebnis. Eine Zapfanlage verbessert nicht den Geschmack des Bieres. Wichtig ist, Biere vor zu hoher Temperatur und vor Licht zu schützen. So bleiben die feinen Hopfennoten von Craft Beer bestens erhalten.

Dauert das Zapfen eines guten Pils wirklich sieben Minuten? Oder kann ich ein prima Pils auch in weit kürzerer Zeit ins Glas bringen? Ein Bier muß keine bestimmte Zeit durch die Zapfanlage laufen, bevor es wirklich gut ist. Faktoren sind Temperatur, Druck und Art des Bieres.

Wann hat die Revolution beim Craftbier begonnen?

Ein Fest für die Sinne – das ist es, was Bier heute zu bieten hat. Obwohl Bier seit langer Zeit in Deutschland eine große Rolle spielt, ist Craft Beer in der jetzigen Form erst vor etwa zwei Jahren nennenswert auf den deutschen Markt gekommen. Seither bemüht sich eine wachsende Anzahl von Brauereien, spannende Produkte zu kreieren.

Online vs. Offline. Kaufe ich besser um die Ecke oder im Online Shop?

Inzwischen haben etliche stationäre Händler ein gut sortiertes Craft Beer Sortiment. Sicher ist die Verbreitung von Craft Bier Stores in urbanen Zentren stärker als im ländlichen Raum. Da bietet der Online Shop eine Alternative.

Neben vielen Bierspezialisten geht auch Edeka in vielen Märkten mit gutem Beispiel voran.

Gibt es DEN einen Craft Beer Day?

Das kann man so wohl nicht sagen. Eine Reihe von Events macht das Jahr über den Biermarkt interessant. Der 23. April wird jährlich als „Tag des Bieres“ gefeiert. Jedoch ist dieses Jubiläum kein Tag des reinen Craft Beers. Auch konventionell arbeitende Brauereien schnüren oft für diesen Tag ein Paket mit Bier und einem besonderem Event.

Seit Beginn der Craft Beer Revolution gilt: Für jeden ist ganzjährig Craft Beer Tag. Denn endlich ist eine Auswahl von leckeren hochwertigen Bieren auch in Deutschland verfügbar. von Freude. Besondere Hopfen, besondere Biere – Freude in Flaschen.

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