Craft Beer in Deutschland

Craft Beer in Deutschland đŸș  

Alle sprechen ĂŒber Craft Beer. Kein PartygesprĂ€ch vergeht ohne einen Erlebnisbericht ĂŒber Pale Ale, Lager oder IPA. Alle Medien berichten darĂŒber. Was hat es mit diesem Craft Beer auf sich, und was muß man darĂŒber wissen? In diesem Artikel oder Craft Beer Wiki erfĂ€hrst Du es.

Was ist Craft Beer?đŸ»

Craft Beer (hierzulande auch Craftbier) ist ein in Deutschland relativ junges PhĂ€nomen. Erst seit kurzem werden solche Biere deutschlandweit gebraut und getrunken. Die handwerkliche Zubereitung von Bieren mit besonderen Aromen findet in den letzten Jahren immer mehr AnhĂ€nger. Vor allem in urbanen Zentren wie Berlin, Hamburg, MĂŒnchen und Köln entstehen viele Bars, Clubs und Events, die sich mit dem Thema Bier mit Geschmack beschĂ€ftigen. Aber auch Zentren wie Bremen, Frankfurt, NĂŒrnberg und Leipzig ziehen nach.

Eine exakte Definition von Craftbier gibt es nicht. Festzuhalten ist, daß der Trend fĂŒr hochwertige Biere mit besonderen Zutaten aus den USA nach Deutschland gekommen ist. „Craft“ steht in der amerikanischen Bedeutung fĂŒr „handgemacht“. Diese Bedeutung ist heute nicht mehr allgemeingĂŒltig. Brauereien, die ursprĂŒnglich zu den Wegbereitern des Craft Beers in den USA gehörten, sind heute teils große Konzerne mit Niederlassungen in Europa und auf mehreren Kontinenten. Was bleibt, ist eine Reihe neuer oder neu interpretierter Sorten und Bierstile. Diese werden von deutschen Brauereien aufgegriffen, gebraut und oftmals auf eigene Weise interpretiert.

Woher stammt der Begriff „Craft“?

Der Begriff „Craft Beer“ ist fĂŒr den deutschen Markt nicht allzugut geeignet. Biere dieser Art sind besser als kreative oder hochwertige Biere zu beschreiben. BierspezialitĂ€ten ist auch ein guter begriff.
Oftmals geben Brauereien ihren Neuschöpfungen kreative Namen wie beispielsweise Genuß-Bier, Sommelier-Bier, Kreativbier, um den Begriff Craft Beer zu vermeiden. Ob der Begriff Craft Beer dennoch in KĂŒrze in den Duden Einzug halten wird, so wie es Pils bereits getan hat, das ist schwer zu sagen.

Entstanden ist CRAFT als Gegenbewegung zu industriell gebrautem Bier. In den USA der 1980er Jahre entstanden eine Vielzahl von Micro Breweries, Brew Pubs und anderen kreativen Bierschmieden. Dies geschah als Reaktion auf eine kurz zuvor vollzogene GesetzesĂ€nderung. Das Gesetz zum Brauen von Bier in den USA wurde verĂ€ndert, und es war fortan das Heimbrauen gestattet. Heimbrauen war bis 1978 als ein Restant aus Zeiten der Prohibition verboten gewesen. Nach dieser nun neuen Gesetzgebung war es fortan legal, in der heimischen Garage zu brauen, was vorher noch als illegal verfolgt wurde. Handwerklich arbeitende Brauereien bezeichneten sich fortan als Craft Breweries. Schnell wuchs deren PopularitĂ€t. Einige dieser Unternehmen sind heute noch aktiv und sehr stark gewachsen. Der Export von Bieren aus den USA nach Deutschland ist groß. Eine Auswahl amerikanischer Pale Ales, IPAs und Lager findet sich heute in den meisten Craft Beer Shops in Deutschland.

Die Definition von Craft Beer in Deutschland.

In der Tat gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika eine gewissermaßen einheitliche Definition des Begriffs Craft Beer. Wie bereits angedeutet sind einige der Brauereien, die anfangs mit geschmacksintensiven Bieren starteten, heute auf internationale GrĂ¶ĂŸe gewachsen. Nicht wenige sind an der Börse notiert und vertreiben ihre Biere auf der ganzen Welt. Einige der großen amerikanischen Craft Bier Marken haben Niederlassungen und ProduktionsstĂ€tten außerhalb der USA, und brauen dort Biere fĂŒr die lokalen MĂ€rkte.

Um auch denjenigen Unternehmen weiterhin eine Vermarktung ihrer Biere unter dem label Craft Beer zu ermöglichen, hat man die Grenzen großzĂŒgig bemessen. Die Kriterien zu Craft vs. Non-Craft haben fĂŒr den deutschen Markt jedoch kaum Bedeutung. Ähnlich wie das Reinheitsgebot in seiner Geltung auf Deutschland beschrĂ€nkt ist, so gelten die Kriterien fĂŒr Craft Beer in erster Linie in den USA.

Wo wird Craft Beer getrunken?

Zum Beispiel in Berlin, Hamburg, MĂŒnchen, Norderstedt, Ulm, Leipzig, Kiel. ;-) Aber natĂŒrlich nicht nur dort. Ein Zentrum ist Hamburg, wo wir mit VON FREUDE in den Colonnaden unsere Heimat haben. Kommt gerne in unserem Flagship-Store vorbei, wir freuen uns!

Viele SupermÀrkte haben inzwischen ein gutes Sortiment an Bieren. Nicht zuletzt hier liefern wir eine Reihe unserer Sixpacks hin aus. Viele Restaurants, BurgerlÀden und andere Szene-Gastros locken mit einem Angebot an spannenden food pairings und Bieren. Zu diesen AnlÀssen zÀhlen tastings, also die Verkostung von Craft Beer. Bieten wir auch bei uns an, komm gerne dazu!

Besonders das food pairing ist sehr beliebt. Unter food pairing versteht man die abgestimmte Auswahl von Bieren und Speisen, die sich in ihren Aromen ergÀnzen. So wie eine Weinbegleitung zum Essen gewÀhlt wird, so finden sich auch ausgewÀhlte Biere, die hervorragend zu Speisen zu kombinieren sind.

Auch die eine oder andere Bar, neu entstehende Tap Rooms und Clubs integrieren immer öfter Pale Ale, IPA und Craft Pils in ihr Sortiment. Eine Entwicklung, die gerade erst startet. Weitere Restaurants und Bars außerhalb der urbanen Ballungszentren machen kreative Biere auch deutschlandweit populĂ€r.

Wie wird Craft Beer konsumiert? Brauche ich spezielle GlÀser?

Es gibt spezielle Bars, die sich auf Craft Beer spezialisieren. In jeder großen Stadt sprießen Tap Rooms und Craft Beer Bars aus dem Boden. Hinzu kommt, daß fast jeder Craft Beer Store auch eine Verkostung der dort angebotenen Biere anbietet. Dazu werden oftmals spezielle GlĂ€ser und Pokale verwendet. Diese sollen besondere Nuancen der Biere betonen. Als Glas fĂŒr ein beer tasting sind solche GlĂ€ser bestens geeignet.

Craft Beer LĂ€den fĂŒhren in der Regel neben Bier auch eine Auswahl an SpezialglĂ€sern, die zur Verkostung und zum Test von Craft Beer geeignet sein. Alle Glashersteller bieten etwas fĂŒr Craft Beer Fans. Alle großen Marken bieten BierglĂ€ser speziell fĂŒr Verkostungen an. Die Unterschiede einzelner Hefen und anderer Komponenten im Bier lassen sich damit einfacher herausschmecken. Um ein Bier zu probieren und sich vom vollen Spektrum des Dufts, des Aromas und der Besonderheiten zu machen, sind feine GlĂ€ser sehr gut geeignet.

Durch ihre Form, die einem Weinglas Ă€hnelt, entfalten sich Aromen besser und der Geschmack des z.B. Amber Pale Ales kommt gut zur Geltung. Durch die sich nach oben verjĂŒngende Form des Glases werden auch leicht flĂŒchtige Noten von Malz und Hopfen gut wahrgenommen.

Welches Glas das am besten geeignete ist, bleibt natĂŒrlich ein kniffliges Quiz. Auch WeinglĂ€ser bieten eine hohe Aromentreue. Manche Glashersteller bieten fĂŒr jede Sorte ein eigenes Bierglas an. Diese GlĂ€ser unterscheiden sich in der Form und im Material, und betonen so die sortentypischen Nuancen besonders stark. Welches Glas man verwenden möchte, das bleibt jedem selbst ĂŒberlassen. Irgendwann möchte man das Bier vielleicht auch nicht mehr verkosten, sondern einfach trinken. Dann trinkt man auch gerne aus der Flasche. Viele gute Biere lassen sich auch hervorragend als Flaschenbier beim Grillen trinken. Darauf z.B. haben wir Das IPA abgestimmt. Macht eine gute Figur bei der Verkostung, schmeckt aber auch hervorragend aus der Flasche zum Grillen!

Aus der Flasche sollte ein Bier deshalb ebenfalls gut schmecken. Ein Gutes Bier schmeckt eben auch aus der Flasche besser als ein weniger gutes.

Sorten-wiki. IPA, California Pale Ale, Pils. Welche Sorten gibt es beim Craft Bier? đŸș đŸ»  

GrundsÀtzlich kann jede Sorte Craft Beer sein. Es geht bei der Definition um KreativitÀt, um handwerkliche Umsetzung und um Geschmack. Dies sind nur einige Kriterien, die zur Unterscheidung herangezogen werden können.

Typische Vertreter der Craft Beer Revolution sind das India Pale Ale oder auch IPA. Diese Sorten obergĂ€riger Biere haben durch ihre Andersartigkeit in jĂŒngerer Vergangenheit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Viel Hopfenaroma, obergĂ€rige Hefen – beide Kriterien waren beim „german beer“ bisher eher unterreprĂ€sentiert.

Jede Brauerei gibt ihrem Bier eine gewisse eigene Note mit auf den Weg – sowohl beim Brauen natĂŒrlich, aber auch bei der Vermarktung im der Namensgebung. Stile werden gerne auch in weitere Abstufungen unterteilt. Der KreativitĂ€t bei der Namensfindung sind dabei wenige Grenzen gesetzt.

Insbesondere beim IPA ist eine Vielzahl von NamenszusÀtzen entstanden. Neben dem klassischen IPA (also India Pale Ale) gibt es auch West Coast IPA, California IPA, East Coast IPA, North Coast IPA, North Sea IPA etc. Nicht jeder dieser Namen beschreibt zwangslÀufig einen eigenen Stil. Vielmehr haben sich eine Reihe von Ideen durchgesetzt, wodurch sich auch ein Black IPA oder Àhnliche Interpretationen im Handel finden lassen.

Zwischenzeitlich hat die AbkĂŒrzung IPA in weiteren Kombinationen Verwendung gefunden. So wird IP oft gleichbedeutend mit „stark gehopft“ verwendet. Als „Stile“ daraus haben sich weitere Kreativbiere entwickelt. Das India Pale Lager (IPL) z.B. ist eine stĂ€rker gehopfte und vor allem hopfengestopfte Variante eines untergĂ€rigen Bieres. StĂ€rker gehopft ist in diesem Zusammenhang nicht immer als bitterer zu interpretieren. Gerade durch die Kalthopfung kommen eher die im Hopfen enthaltenen Ă€therischen Öle (Hopfenöle) und ihre Aromatik zur Geltung, weniger die AlphasĂ€ure als Bitterstoff. Lager-Biere sind Biere, die mit untergĂ€riger Hefe zubereitet werden.

Die Geschichte vom IPA, dem India Pale Ale.

ZunĂ€chst ist vielleicht wichtig zu erwĂ€hnen, daß es India Pale Ale heißen muß und nicht Indian Pale Ale. Denn die Legende will es so, daß dieser Bierstil fĂŒr Indien und alle anderen britischen Kolonien gebraut wurde. Das heißt also, es war fĂŒr Indien und kam nicht aus Indien.

ZunĂ€chst aus London, spĂ€ter vor allem aus der Stadt Burton kamen Biere, die fĂŒr den langen Seeweg stĂ€rker gebraut waren als typische englische Biere der damaligen Zeit. Das IPA wurde oft von GenerĂ€len der britischen Truppen in den leeren Schiffen auf der RĂŒckfahrt in die Kolonien transportiert. Auf dem Hinweg nach England waren diese Schiffe schwer mit Kolonialwaren beladen. Auf dem RĂŒckweg waren sie meist leer und boten viel Platz fĂŒr englisches Bier, das bei den dort stationierten Truppen und Verwaltern sehr beliebt war.

Im Unterschied zu den britischen Porter oder Stout-Bieren waren die Pale Ales vor allem heller als die klassischen britischen Varianten. Die East India Company verwaltete den Handel mit den Kolonien, und alles, was ĂŒber die East India Docks nach Übersee ging.

Eine wichtige Rolle bei der Rolle bei der Entwicklung dieses Bierstils spielten die WasserqualitĂ€ten, die zu der damaligen Zeit noch sehr ausschlaggebend waren fĂŒr den Geschmack des Bieres. Die verwendeten WĂ€sser aus Burton zogen das Beste aus Malz und Hopfen und betonten den Bierstil des India Pale Ale sehr, und somit wurden die Brauer dieser Stadt prĂ€gend fĂŒr das Bier. Die Biere waren stĂ€rker als die normalen Pale Ales. Der Hopfen gab Bitterkeit, Aroma und Haltbarkeit gegen bakterielle Infektionen. FĂŒr die Haltbarkeit waren auch der höhere Alkoholgehalt und die lange Lagerung ausschlaggebend. Das Bier reifte in den FĂ€ssern und kam so zur Spitze seiner geschmacklichen QualitĂ€t in Indien an. Es profitierte außergewöhnlich von den Bedingungen der Reise, und ĂŒberlebte diese Epoche im Gegensatz zu anderen Stilen dieser Zeit. Dazu kommt sicherlich, daß ein helles leichtes Bier sehr erfrischend ist – gerade in Indien. Da bietet es sich an, darauf anzustoßen mit einem IPA! Prost. đŸ»

Wieviel IBU hat ein Pale Ale? Was sind IBU eigentlich?

Das ist eine Frage, die so pauschal nicht zu beantworten ist. Jedes Pale Ale ist unterschiedlich und bringt entsprechend andere Bitterwerte mit. IBU Bittereinheiten sind eine Maßeinheit fĂŒr die Bitterkeit von Bier. Gemessen wird dabei nicht die Menge an Hopfen, sondern die Menge der sogenannten isomerisierten AlphasĂ€ure im Bier. Subjektiv bitterer Eindruck und analytisch gemessene IBU mĂŒssen also nicht denselben geschmacklichen Eindruck hinterlassen.

Diese Maßzahl gilt nicht nur fĂŒr Craft Beer. Auch die Bitterkeit von anderen Bieren wird mittels IBU angegeben. Die AbkĂŒrzung IBU Bittereinheiten steht ĂŒbrigens fĂŒr International Bitterness Units und ist eine internationale Übereinkunft fĂŒr die Angabe von bestimmten Bier-Kennzahlen. Auch fĂŒr die Farbe eines Bieres gibt es internationale Bestimmungsverfahren, so daß Craftbiere unterschiedlicher Herkunft vergleichbar sind. Ein Craft Beer aus den USA mit 35 IBU sollte also analytisch ebensoviele Bitterstoffe enthalten wie ein Craft Beer aus Österreich mit ebenso vielen Bittereinheiten.

Bitterkeit gelangt durch die Gabe von Hopfen wĂ€hrend des Brauprozesses in das Bier. Hopfen enthĂ€lt Bitterstoffe, sog. Alpha-SĂ€uren. Diese Alpha-SĂ€ure verleiht dem Bier Haltbarkeit und lĂ€ĂŸt es bitter schmecken. Hopfensorten haben je nach Art und Erntejahr, Ort des Anbaus usw. unterschiedliche Alpha-Werte. Das heißt, die Menge von Alpha-SĂ€ure variiert. AbhĂ€ngig davon, wieviel Hopfen wie lange wĂ€hrend des Brauens im Bier gekocht wird, und abhĂ€ngig davon, wieviel AlphasĂ€ure im Hopfen enthalten ist, verĂ€ndert sich die Bitterkeit im fertigen Craft Beer. Es hat mehr oder weniger Bittereinheiten IBU.

Auch eine Kalthopfung mit aromatischen Hopfen gibt dem Bier eine stĂ€rkere Hopfennote, ohne dabei jedoch die Bitterkeit allzu stark zu verĂ€ndern. Ein gewisser Bittereindruck kann jedoch auch durch das Hopfenstopfen entstehen. Das klassische Pils kann z.B. rund 20-30 IBU haben. Es gibt im Handel aber durchaus Pils-Biere, die diesen Wert an Bittereinheiten deutlich ĂŒberschreiten oder unterschreiten.

Komm zu unserem nĂ€chsten Tasting, und wir werden Dich gut beraten und zu den meisten Fragen eine gute Antwort parat haben. Gut sortierte Craft-LĂ€den verfĂŒgen auch ĂŒber SpezialitĂ€ten und Besonderheiten, z.B einen Bierbrand oder andere RaritĂ€ten.

Wird in Deutschland Craft Beer nach dem Reinheitsgebot gebraut?

Eine Frage, die immer wieder auftaucht ist, ob das Reinheitsgebot von 1516 auch fĂŒr Biere der Kategorie Craft Beer gilt. GrundsĂ€tzlich lĂ€ĂŸt sich festhalten, daß auch nach dem Reinheitsgebot Biere mit gutem Geschmack gebraut werden können.

Das Reinheitsgebot in seiner ursprĂŒnglichen Form gilt in Deutschland nicht mehr. In seiner Fassung von 1516 beschrieb es andere Aspekte der Bierbrauerei als heute ĂŒblich. Der Urtext des Reinheitsgebots gibt Aufschluß darĂŒber, was ursprĂŒnglich Ziel und Zweck dieser Verordnung war. Neben der Festlegung von Zutaten spielte vor allem die Preisfestsetzung eine Rolle. Heute sind die Regeln fĂŒr german beer im vorlĂ€ufigen Biergesetz von 1993 festgelegt. Dort wird geregelt, was heute in Deutschland als Bier gilt und was nicht.

Was im Ausland gebraut wird, fĂ€llt nicht unter deutsche Gesetze. Und was in Deutschland fĂŒr den Export gebraut wird, fĂ€llt ebenfalls nicht unter diese Regeln. Das Biergesetz als Form des Reinheitsgebots stellt einen deutschen Sonderweg dar, der weltweit kaum Bedeutung hat. Bei der Gestaltung internationaler Sorten spielt das Reinheitsgebot keine Rolle. Doch oft werden auch fĂŒr internationale Biere lediglich Zutaten wie Malz, Hopfen und Wasser verwendet. Bei BrauspezialitĂ€ten wie dem dĂ€nischen Julebryg oder dem belgischen Kriek finden hingegen auch extravagante natĂŒrliche oder kĂŒnstliche Zutaten Eingang in das Rezept.

So richtig gibt es das Reinheitsgebot von 1516 in Deutschland nicht mehr. Ja, wirklich nicht! Die Regelungen dazu sind lĂ€ngst durch andere Gesetze ersetzt worden. Darin sind Dinge gestattet, die das ursprĂŒngliche Dekret im Grunde unterbinden wollte. Dort ging es hauptsĂ€chlich um den Einsatz von Gerste fĂŒr Bier und von Weizen fĂŒr Brot. So sollte Hungersnöten vorgebeugt werden. Außerdem war das Reinheitsgebot eine Preisverordnung. Die Preise fĂŒr ein Bier liegen heute jedenfalls deutlich höher, als in den Regelungen von 1516 vorgeschrieben (1 Pfennig je Liter im Winter, zwei Pfennige im Sommer). 

Was kann billiges Craft Beer?

Das Etikett zĂ€hlt. Und der Geschmack. Ein Blick auf die Zutatenliste verrĂ€t, was sich im Bier befindet. Oft bieten Hersteller ihre Produkte in unterschiedlichen QualitĂ€tsstufen an. So kann es sein, daß sich in der gĂŒnstigen Variante eines Kriek Biers (niederlĂ€ndisch fĂŒr Kirsche) natĂŒrliche oder auch kĂŒnstliche Aromen auf der Zutatenliste finden. In der hochwertigen Variante seines Kriek verwendet der Hersteller dann jedoch vielleicht natĂŒrliche Kirschen fĂŒr die Zubereitung. Also Augen auf beim Bierkauf!

Rezepte variieren und hochwertige Zutaten haben ihren Preis. Es gilt hier analog zu anderen Lebensmitteln, daß der Konsument von billigen Produkten andere Eigenschaften erwarten darf als von hochwertigen. Echte FrĂŒchte, ausgewĂ€hlte hochwertige Hopfen und eine Produktion im kleinen Maßstab sind in Einkauf und Herstellung teurer als Aromen, raffinierte Zutaten, fĂ€rbende Bestandteile und naturidentische Ingredienzien. So entscheidet letztlich jeder selbst, welches Produkt fĂŒr ihn das richtige ist. Meist schmeckt man als Verbraucher schnell, welches die guten Produkte sind. In der Regel geht dieser Weg nur ein eine Richtung: wer sich einmal an Gutes Bier gewöhnt hat, der trinkt auch in Zukunft lieber gutes Wasser als schlechtes Bier.

Definition: Was ist ein Frischhopfen-Bier oder Fresh Hop Ale?

Hopfen werden direkt nach der Ernte gedarrt, also getrocknet, um sie fĂŒr die weitere Verwendung zu konservieren. Dies geschieht direkt nach dem Zupfen der Dolden von der Hopfenpflanze. Die Ernte erfolgt in Deutschland ĂŒblicherweise gegen September. Doldenhopfen sind die BlĂŒten der weiblichen Hopfenpflanze. Diese werden genutzt, um das Bier zu bittern, zu wĂŒrzen, und um dem Bier sein charakteristisches Aroma zu verleihen. Gerade Craft Biere erhalten ihre besonderen Noten oft durch Verwendung spezieller Hopfen und Hopfensorten. In Deutschland ist die Hallertau das grĂ¶ĂŸte Anbaugebiet fĂŒr Hopfenpflanzen. Auch weltweit zĂ€hlt diese Region (neben Tettnang, Spalt und Hersbruck) zu dem grĂ¶ĂŸten Hopfenanbaugebieten. Weitere große Produzenten hochwertiger Hopfen sind in Amerika die USA, in Europa Tschechien, Frankreich, Slowenien und Polen. Weitere große AnbauflĂ€chen gibt es in Australien und in Neuseeland.

Das Wet Hop Ale, Fresh Hop Ale, Frischhopfenbier oder auch GrĂŒnhopfenbier ist ein Bier mit ungetrocknet eingebrauten Hopfen. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Namen fĂŒr diesen Bierstil. Nur einmal im Jahr besteht die Möglichkeit, solche Biere zu produzieren, denn ĂŒblicherweise kommen die Dolden direkt nach der Ernte auf die sogenannte Darre, auf der sie ĂŒber einige Stunden hinweg mit warmer Luft getrocknet werden. Die Restfeuchte betrĂ€gt nach dem Darren noch rund 8-10%. Direkt nach Ernte sind es noch ca. 80%, der GrĂŒnhopfen verliert also stark an Volumen und Gewicht.

Die Trocknung erfolgt zwar schonend, die Temperaturen werden niedrig (ca. 40°C) gehalten, um möglichst wenig Verlust des Aromas zu haben. Dennoch ist das Brauen mit Frischhopfen ein besonders aromenreicher Prozeß. Biere behalten die Saftigkeit der frischen Pflanze, und Duft und Geschmack gehen direkt in die WĂŒrze. Die Charakteristik der Hopfensorte kommt besonders gut zur Geltung.

ObergÀrig vs. UntergÀrig. Was ist der Unterschied?

Bei der Einteilung von Bieren in Sorten spielt die Auswahl der Hefe eine wichtige Rolle. GrundsĂ€tzlich wird zwischen obergĂ€rigen und untergĂ€rigen Bierstilen unterschieden. Von beiden Arten gibt es – wie ĂŒberall in der Natur – viele unterschiedliche Arten und Sorten. ObergĂ€rige Hefen sind in der Regel aromastĂ€rker in ihren geschmacklichen Eigenschaften. Sie produzieren wĂ€hrend der Fermentation mehr geschmacksbildende Komponenten. Diese Eigenschaft ist zum einen auf die genetische Beschaffenheit zurĂŒckzufĂŒhren. Zum anderen wird die GĂ€rung mit ihnen bei höheren Temperaturen (17°-22°Celsius) durchgefĂŒhrt. So werden obergĂ€rige Biere (z.B. Alt, Kölsch, Pale Ale, IPA) oft durch ihre Hefe aromenreicher als die untergĂ€rigen Biere.

UntergÀrige Bierstile sind zum Beispiel Pils und Bockbier, Export und Lager. UntergÀrige Hefen werden bei niedrigeren Temperaturen (6°-12°C) verwendet. Die GÀrung erzeugt andere Aromen als obergÀrige Hefen.

Wo kann ich in Hamburg Craft Beer kaufen?

Komm zu uns in die Colonnaden 72 in Hamburg an der Alster. Wir freuen uns auf Dich! Ansonsten kannst Du natĂŒrlich online bestellen. In den letzten Jahren haben aber auch eine Vielzahl von Craft Beer Stores, Shops und LĂ€den eröffnet. In Hamburg gibt es beispielsweise neben vielen GetrĂ€nkehĂ€ndlern auch einige REWE- und Edeka-Filialen, die gutes Bier einzeln oder als Paket anbieten. Auch in StĂ€dten wie Köln, Bremen oder Kiel bieten spezialisierte EinzelhĂ€ndler und WeinlĂ€den gute Craft Biere an. Der Laden um die Ecke bietet eine gute Beratung, das ist angenehm, vor allem wenn man eine erste Orientierung sucht. DarĂŒber hinaus bietet sich natĂŒrlich immer die Möglichkeit, einen passenden Online Shop zu finden. Dort wird Craft Beer oft als thematische Sortierung fĂŒr Verkostungen angeboten. Die Ware kommt dann per Versand bequem als Paket zu Dir nach Hause.

Eine gut sortierte Bar hat heute neben den ĂŒblichen Cocktails auch eine Auswahl an Craft Beer im Programm. Ein besonderes Bier mit raffinierten Aromen von Hopfen ist der Liebling jedes Bar-Keepers, denn mit den Bieren der neuen Generation lassen sich hervorragend Cocktails mixen. Auch BierbrĂ€nde werden in hochwertigen Bars gerne fĂŒr Cocktails verwendet. Ein Bierbrand ist das Destillat aus Bier. Hochwertige Vertreter wie der Bierbrand Glasklar kombinieren feine Aromen von Malz und Hopfen, ohne dabei jedoch alkoholisch oder brennend zu schmecken. 

Wie lÀuft eine Craft Beer Verkostung (tasting) ab?

Eine Verkostung bietet fĂŒr Einsteiger eine tolle Orientierung in der Welt der Biere. Ähnlich wie beim Wein fĂŒhrt ein Experte durch das beer tasting. Besonders interessant ist es fĂŒr den Einstieg, unterschiedliche Bierarten zu probieren. Es gibt eine Vielzahl von Malzen, unzĂ€hlige Hopfen und nicht wenige HefestĂ€mme. Jede Komponente der Zutaten beeinflußt das fertige Bier. Hinzu kommen diverse Stellschrauben im Brauprozess, bei der GĂ€rung und bei der Lagerung. Unterschiedliche Arten von Bieren zu probieren gibt dem tasting den besonderen Aha-Effekt. Die Unterschiede können beachtlich sein. Anmeldung hier.

Unsere Bier-Sommeliers haben sich mit Bieren intensiv auseinandergesetzt und können HintergrĂŒnde und Orientierung bei Geschmack, Brauverfahren und Herkunft vieler Biere sowie ihrer Zutaten bieten.

Als tasting fĂŒr Fortgeschrittene bietet sich das food pairing an. Eine Kombination von Aromen der Speisen mit Aromen der Biere. Auch Weine lassen sich hervorragend in eine solche Speisenfolge integrieren.

Rezepte mit Craft Beer.

Kochen mit Bier und Essen mit Bier sind ideale ErgĂ€nzungen. Analog zu einer Weinbegleitung zum MenĂŒ bietet es sich an, eine Bierbegleitung zu komponieren. Die QualitĂ€t des gesamten Erlebnisses steht und fĂ€llt mit der QualitĂ€t der einzelnen Komponenten. Eine gehobene KĂŒche ist Grundvoraussetzung fĂŒr das besondere Erlebnis.

Röstaromatische Biere können ebenso Begleiter zu einem Dessert sein wie leichte Biere, die ihrerseits fruchtige Noten der Nachspeise zitieren. Bei der Komposition ist eine gute Abstimmung von KĂŒche und Service notwendig, um das Erlebnis perfekt zu machen.

Die Auswahl eines Bieres mit fruchtigen Hopfennoten als Appetitmacher bietet sich ebenso an, wie die Nutzung von Bitterstoffen als Bestandteil eines Aperitifs.

Um dem food pairing eine besondere Note zu verleihen, können Bestandteile des Bieres Einzug in die Rezeptur finden. Das kann besonderer Hopfen sein, aber auch Malz und Treber. Als Treber bezeichnet man das beim Brauen ausgewaschene Malz, das die Spelzen und andere Bestandteile mit hohem Anteil an Ballaststoffen noch enthÀlt.

Woher kommt der besondere Geschmack bei Craft Beer?

Auch bei Craftbier spielen Hopfen, Malz und Hefe die entscheidende Rolle. Jedoch gibt es weltweit eine große Auswahl an diesen Zutaten, die in der richtigen Mischung Craft Bieren ihren Geschmack und Charakter verleihen. Hopfen mit Aromen von Zitrus und Frucht sind inzwischen als Bestandteile von Craft Beer ĂŒblich. Auch harzige Nuancen und Duft von SĂŒdfrucht und roten Beeren finden sich in den richtigen Sorten.

DarĂŒber hinaus bietet es sich an, BrauspezialitĂ€ten mit weiteren Zutaten zu verfeinern. HolunderblĂŒte und Kaffee mit einzubrauen ist an der Tagesordnung. Auch kurios kombinierte Kreationen finden stets ihre Freunde.

Pale Ale, Quiz, Entertainment. Was gibt es noch auf diesem Markt?

Ein Blick auf Youtube oder Google verrĂ€t es: es tut sich etwas auf dem Markt fĂŒr besondere Biere. Es gibt Craft Beer Quartette und Craftbier-KochbĂŒcher, Braukurse werden angeboten und Video-Verkostungen der weltweit gebrauten Biere sind in großer Menge vorhanden. Bier tut wieder das, was es soll – Spaß machen.

Craft Beer aus Japan, aus Hamburg, oder besser aus den USA?

Der Trend, besondere Hopfen zu verwenden, die Hefe gezielt zu wĂ€hlen und Biere mit mehr Geschmack zu brauen stammt aus den USA. Dort haben viele Brauereien Ihren Sitz, die als Pioniere den Anfang (meist in den 1980er-Jahren) gemacht haben. Inzwischen sind viele dieser Brauereien sehr gewachsen, und in Produktion und Umsatz vergleichbar mit deutschen Großbrauereien. Es gibt also nicht den einen Prototyp einer Craft Beer Brauerei. Es gibt zahlreiche Varianten.

Weltweit sind seither in vielen LĂ€ndern spannende Biermanufakturen entstanden. Viele italienische, skandinavische und auch viele asiatische Brauer machen spannende Pale Ales und Stouts. Die breite Auswahl an Barley Wines, Lambics und anderen Sorten macht den Einkauf in Craft Beer GeschĂ€ften zu einem Erlebnis bei Rezept und Geschmack. Der Test, welche Sorte jedem einzelnen persönlich am besten liegt, ist spannend. Oft ist auch der Anlass und die zu bestĂŒckende Veranstaltung ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl. FĂŒr einen Abend im Club wĂ€hlt man sicher ein anderes Bier als fĂŒr ein tasting mit Freunden. Zum Kaminabend passen andere Biere als zum Grillen mit Flaschenbier. Und zum Steak serviert ein guter Gastgeber anderes Bier als zur Crema Catalana.

Es ist zu empfehlen, zu Beginn ein paar mehr Sorten zu kaufen, und dann alle nach einander zu unterschiedlichen AnlÀssen zu verkosten. Eine kurze Beratung im Laden ist empfehlenswert. Aber auch der Versandhandel ist gut geeignet. Eine Paket mit unterschiedlichen Biersorten ist schnell zusammengestellt, ob im Store oder online.

Ob Du nun ein Craftbier aus Deutschland bevorzugst, oder lieber zu einem kreativen Bier aus Japan greifst, das bleibt unter dem Strich eine Frage des Geschmacks.

Definition: Pale Ale – Was ist das?

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis in jedem Club neben Pils auch Pale Ale und IPA als Alternative auf der Karte stehen. Pale Ale beschreibt ein Bier, das mit obergÀriger Hefe (Ale) gemacht wurde. Zum anderen ist es heller (Pale) als ein traditionelles Porter mit dunklen Malzen. Die Interpretationen von Pale Ales sind zahlreich. International gibt es viele Biere dieser Art, in unterschiedlichen LÀndern wird der Stil unterschiedlich gebraut. In Deutschland sind die beiden Brauarten Kölsch und Altbier dem Pale Ale sehr verwandt.

Welche Veranstaltungen beschÀftigen sich mit Craft Beer? Wo in Hamburg?

Es gibt jĂ€hrlich wiederkehrende Veranstaltungen, manche finden einmalig statt. Einmal im Jahr treffen sich Freunde des guten Bieres auf dem Kiekeberg im SĂŒden Hamburgs, um gemeinsam Bier im Norden zu feiern. Ein Festival, das fĂŒr die ganze Familie geeignet ist. Neben Brauereien und deren Bier wird eine Auswahl an Speisen geboten. Besucher erfahren bei diesem Fest viel ĂŒber Zutaten, Sorten und Geschmack. Andere Veranstaltungen gibt es zahlreich in und um Hamburg. Schreib uns doch eine Nachricht, und wir sagen Dir gerne, auf welcher kommenden Veranstaltung wir einen Stand haben.

Definition: Woraus wird Craft Beer gemacht?

Wie andere Biere auch wird Craftbier in der Regel aus den Grundzutaten Wasser, Malz und Hopfen hergestellt. Besondere Zutaten sind aber nicht selten. Hinzu kommen einige besondere Sorten wie das belgische Witbier. Hier werden traditionell Fruchtschalen (Orange) und GewĂŒrze (Koriander) verwendet. Was im Rezept landet und was dabei herauskommt, das entscheidet der Brauer. Die Zutaten finden sich auf dem Etikett. AbhĂ€ngig von der Herkunft des Produktes kann die Bezeichnung dann variieren.

Wo ist in Deutschland das Zentrum fĂŒr Craft Beer?

Die Frage „Wer hat’s erfunden?“ stellt sich auch bei Craft Beer. Glaubt man der Presse-Berichterstattung, dann sind urbane Metropolen wie Berlin, Hamburg und MĂŒnchen ganz vorn dabei. Aber auch abseits der GroßstĂ€dte tut sich etwas. Der Craft Beer Day in Norderstedt ist jĂ€hrlich ein großes Ereignis. Die StĂ€dte Kiel, Leipzig und Ulm ziehen ebenso jedes Jahr viele Begeisterte an. Auch Trier hat mit den Veranstaltungen der dortigen Trendsetter ein echtes Highlight.

Hinzu kommt das traditionelle Bier-Zentrum NĂŒrnberg, und viele traditionelle Brauereien haben ihren Sitz in Bayreuth und natĂŒrlich Bamberg. Hier dominieren oft noch das Helle und das Weizen. EinflĂŒsse von Craft Beer aus USA und internationale Trends sind in GroßstĂ€dten stĂ€rker spĂŒrbar.

Durch die VerfĂŒgbarkeit von Craft Beer ĂŒber den Versandhandel ist in ganz Deutschland die Craft Beer Revolution in vollem Gange. Neben Online Shops der stationĂ€rer LĂ€den und HĂ€ndler gibt es auch eine Reihe von Shops, die sich ausschließlich auf den Versand konzentrieren.

Wo erfahre ich mehr ĂŒber Craft Beer?

Trinken bildet. Wer viel Craft Beer trinkt, der lernt viel. Unterschiedliche Biere haben durch unterschiedliche Zutaten und Brauverfahren auch sehr unterschiedlichen Charakter. FĂŒr den theoretischen Teil gilt bei allem: Internet, BĂŒcher und Zeitschriften. So haben wir ĂŒbrigens auch mal angefangen


Wer sind Experten fĂŒr Craftbier?

Am besten kommst Du zu einem unserer Tastings. Da kommst Du der Sache schon um einiges nĂ€her. Eine Reihe von Unternehmen und Institutionen bieten Kurse und Weiterbildungen zum Thema Bier an. Darunter sind Institute, Schulen, Hochschulen sowie Wirtschafts- und Handelskammern. Die Ausbildung dieser meist mehrtĂ€gigen Kurse bringt den Teilnehmern und Absolventen Grundbegriffe aus der Bierbranche nĂ€her. Teilnehmer erfahren, wie unterschiedliche Zutaten das fertige Bier beeinflussen. Es werden Grundlagen zum Thema Brauen, Brauprozeß, Hygiene und Bierbereitung gelehrt. Zum anderen können solche Fortbildungen Unterrichts-Einheiten zum Verzehr und zum Servieren hochwertiger Biere beinhalten. Je nach Anbieter des Abschlusses liegt der Schwerpunkt der Ausbildung ein wenig anders. Die gekonnte Kombination von Speisen und Bieren, das sog. Food-Pairing, kann dabei ebenso Thema sein, wie die richtige Einstellung von Zapfanlagen fĂŒr den Ausschank von Craft Beer. AbschlĂŒsse unterschiedlicher Anbieter haben verschiedene Namen.

Wie zapfe ich ein hochwertiges Bier, welche Methoden gibt es? Welche Unterschiede gibt es bei der Auswahl des Zapfgases?

Es gibt bei der Auswahl der Methoden zum Zapfen von Bier viele Informationen im Internet. Diese können bei der Entscheidung eine Hilfe sein. Besonders die Einstellung der Zapfanlage, des Drucks beim Zapfen (Zapfdruck) des Bieres sowie die Auswahl des Gases spielen eine Rolle, und haben Einfluß auf das Ergebnis.

Üblich sind Methoden, bei denen das Bier mittels eines Gases aus dem Faß gedrĂŒckt wird. Das ĂŒbliche Faß wird oftmals auch als Keg bezeichnet. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „keg“ ab, der ein kleines Faß bezeichnet. Zur Auswahl stehen als Gase hierbei die KohlensĂ€ure (auch als CO2 oder als Kohlendioxid bezeichnet) und der Stickstoff. Kohlendioxid ist in den meisten Bieren und damit auch in den meisten Craft Bieren in höherer oder geringerer Konzentration natĂŒrlicherweise enthalten. Aus einer Druckflasche wird beim Zapfvorgang Gas in das Keg geleitet, um das Bier hinauszudrĂŒcken. Alternative Verfahren sind das Zapfen mit Stickstoff. Stickstoff ist nicht im Bier enthalten und verbindet sich beim Zapfen nicht mit dem GetrĂ€nk.

Das Zapfen von Bier aus KeyKegs bietet eine Möglichkeit, gÀnzlich auf einen Kontakt von Bier und Gas zu verzichten. Durch ein Bag-in-Box Verfahren lassen KeyKegs sich mit jeder Form von Gas zapfen, ohne die QualitÀt des Bieres zu gefÀhrden.

Gezapftes Bier vs. Flaschenbier – was ist zu bevorzugen?

GrundsĂ€tzlich ist nicht per se das eine oder das andere „besser“. So attraktiv eine einfache Regel erscheinen mag – beim Bier liegen die Dinge etwas komplizierter. Craft Biere kommen oft in Flaschen und bieten so ein hervorragendes Erlebnis. Eine Zapfanlage verbessert nicht den Geschmack des Bieres. Wichtig ist, Biere vor zu hoher Temperatur und vor Licht zu schĂŒtzen. So bleiben die feinen Hopfennoten von Craft Beer bestens erhalten.

Dauert das Zapfen eines guten Pils wirklich sieben Minuten? Oder kann ich ein prima Pils auch in weit kĂŒrzerer Zeit ins Glas bringen? Ein Bier muß keine bestimmte Zeit durch die Zapfanlage laufen, bevor es wirklich gut ist. Faktoren sind Temperatur, Druck und Art des Bieres.

Gibt es einen Craft Beer Tag?

Das kann man so wohl nicht sagen. Eine Reihe von Events macht das Jahr ĂŒber den Biermarkt interessant. Der 23. April wird jĂ€hrlich als „Tag des Bieres“ gefeiert. Jedoch ist dieses JubilĂ€um kein Tag des reinen Craft Beers. Auch konventionell arbeitende Brauereien schnĂŒren oft fĂŒr diesen Tag ein Paket mit Bier und einem besonderem Event.

Seit Beginn der Craft Beer Revolution gilt: FĂŒr jeden ist ganzjĂ€hrig Craft Beer Day. Denn endlich ist eine Auswahl von leckeren hochwertigen Bieren auch in Deutschland verfĂŒgbar.

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